Der Klausurenkurs
- Ihr schreibt die jeweils aktuelle Klausur, die ihr hier herunterladen könnt.
- Ihr füllt das Formblatt aus und heftet es als Deckblatt an Eure Klausur.
- Spätestens bis einen Tag bevor die Lösung der jeweiligen Klausur auf der Homepage des Kammergerichts veröffentlicht wird, gebt Ihr die Klausur mit 10,00 Euro in bar (am besten als 10-Euro-Schein) im Büro des Personalrates ab.
- Die Rückgabe erfolgt ca. zwei Wochen später. Sofern Ihr
bei der Abgabe keinen frankierten und adressierten Rückumschlag
beigefügt habt, holt Ihr die Klausur wieder im Büro des
Personalrats ab. Die Abholtermine werden wir hier bekannt geben.
Die Korrektur erfolgt für jede gezahlte Klausur. Um den Verwaltungsaufwand gering zu halten, können Korrekturen nicht im Voraus bezahlt werden.
Das Formblatt, welches auch als Quittung dient, erhaltet Ihr von dem jeweiligen Korrektor unterschrieben zusammen mit der Klausur zurück.
Durch die Teilnahme bindet Ihr Euch im Gegensatz zu den "kommerziellen" Klausurenkursen nicht. Ihr zahlt nur die Klausur die ihr geschrieben habt.
Aktenvortragssachverhalte
Bei uns im Büro könnt ihr alte Sachverhalte von Aktenvorträgen, die in Berlin gelaufen sind, einsehen und gegen einen Pfand zum Kopieren ausleihen.
Literaturtipps, Literaturlisten und Skripten
Hier könnt Ihr Skripten des Kammergerichts und anderer "Anbieter" herunter laden.
Literaturlisten
- RiLG Zarth: Zivilrechtliche Ausbildungsliteratur für Referendare
- RiLG Zarth: Strafrechtliche Ausbildungsliteratur für Referendare
- RiVG Kintz: Verwaltungsrechtliche Ausbildungsliteratur für Referendare
- Polizeirecht Literaturliste von Prof. Dr. jur. Clemens Arzt
Skripten
- Skripten des Kammergerichts
- Oberstaatsanwalt Wedhorn: Klausurtechnik (Juli 2000)
- Dr. Oliver Elzer: Skript ZPO (Leseprobe)
- Verschiedene Leseproben der Kaiserseminare- u.a. § 767; der § 91a Beschluß
Literaturtipps
Auf dem immer unübersichtlicher werdenden Buchmarkt
mussten
auch wir uns während des Referendariats orientieren. Dabei
sind
wir auf die "Klassiker" genauso gestoßen wie auf echte
Geheimtipps. Die guten und schlechten Erfahrungen, die wir mit
Büchern und Kommentaren gemacht haben, wollen wir hier an Euch
weitergeben.
Bitte beachtet, dass es sich bei den Rezensionen um die
persönliche Ansicht der jeweiligen Autoren handelt.
Habt Ihr Interesse an einem der vorgestellten Bücher, dann
klickt
bitte auf die Bilder und kauft die Bücher bei Amazon. Der
Personalrat bekommt einen kleinen Anteil der Verkaufssumme, womit ihr
die Arbeit Eures Personalrates unterstützt.
Zivilrecht
Schneider/ van den Hövel: Die Tenorierung im Zivilurteil
"Die Tenorierung im Zivilurteil" ist in der gleichen Reihe
erschienen wie der Klassiker der Referendarliteratur "Bericht,
Gutachten und Urteil" von Sattelmacher Sirp.
Dieses Buch dient dazu die Tenorierung im Zivilurteil zu erlernen und
sicher
zu beherrschen. Das ist nicht nur deshalb wichtig, weil der Tenor die
Visitenkarte einer jeden Klausur ist und Fehler darin besonders schwer
wiegen, sondern auch, weil der Tenor das Ergebnis der zivilprozessualen
Würdigung eines jeden Falles ist. Dieses Buch hilft dabei, das
Prozessrecht zu wiederholen und zu vertiefen.
In dem ersten Teil
des Buches werden die Tenores abstrakt
erklärt. Dabei werden auch die Besonderheiten der Tenores u.a.
das
streitige Verfahren nach einem Einspruch, die teilweise einseitige
Erledigungserklärung oder etwa die Tenores bei der Berufung.
Der zweite Teil des Buches ist der Übung gewidmet. Jede
Übung
fängt mit einem kleinen Fall an, dann kommt die
Lösung und
schließlich folgt eine Erklärung zu dem jeweiligen
Tenor.
Insgesamt gibt es über 400 kleine
Übungsfälle, die
schnell bearbeitet werden können.
Bei den Lösungen der Übungsfälle wird die
nordrheinwestfälische Gerichtspraxis berücksichtigt.
So kommt
es, dass z.B. die Höhe der Sicherheitsleistung mit 115%
angegeben
wird. Wenn der Bearbeiter diese Tatsache berücksichtigt, ist
der
pädagogischen Wert des Buches ungeschmälert.
Einziger Wehrmutstropfen des Buches ist der Preis von 18,- Euro, der
wohl der übliche Einstiegspreis von Ausbildungsliteratur ist
und
deshalb eigentlich nicht besonders bemängelt werden kann.
-FB
Knöringer: Die Assessorklausur im Zivilprozess
Die neueste Auflage des Buches "Die Assessorklausur im
Zivilprozess"
ist in der 12. Auflage in 2007 erschienen.
Das Buch ist mit 23,90 Euro vergleichsweise
günstig. Der Autor ist hauptberuflich Richter am OLG und
Leiter
von AGs was sich meiner Meinung
nach in einem etwas weniger akademischen Stil und einer
Beschränkung auf das Wesentliche zeigt.
Der Schreibstil ermöglicht einen schnellen Zugang zur Materie
und
da Buch ist daher insbesondere für Neulinge einfach
zugänglich und absolut geeignet.

Mit
diesem Lehrbuch ist Herrn Knöringer ein sehr hilfreiches und
durch
zahllose kleine Beispiele und
größere Beispielsfälle gut
verständliches Lehrbuch
für Referendare auf dem Gebiet des Zivilprozessrechts
gelungen.
Viele examensrelevante Themen werden in diesem Buch behandelt, wenn
auch nicht alle. Aus diesem Grund ist ein weiteres Buch neben dem
Knöringer zur Examensvorbereitung
dringend zu empfehlen.
Für die Station und die AG Klausuren reicht es jedoch allemal.
Der
Lernstoff lässt sich mit diesem Buch wirklich gut
nachvollziehen.
Außerdem werden dem Leser an einigen Stellen
klausurorientierte
und praxisnahe Tipps an die Hand gegeben.
Das Buch ist in drei Teile aufgebaut: 1) Das Urteil, 2) Hauptgebiete
des Zivilprozesses und 3) Ausführen zur Klausurtechnik
Positiv hervorheben möchte ich die Kapitel des ersten Teils,
also
zum Urteil. Sie sind sehr eingängig und decken vieles von
diesem von anderen Lehrbüchern teilweise geradezu
fahrlässig
vernachlässigten Themenbereich ab. Es gibt insbesondere auch
Kapitel
zum Tatbestand und den Entscheidungsgründen.
Der zweite Teil, in dem der Autor Themen aus dem "materiellen"
Zivilprozessrecht behandelt, ist, wie der Rest des Buches, gut
gelungen, es sind jedoch Lücken festzustellen. Wo es
demzufolge
etwas mangelt, das sind Ausführungen zur Relationstechnik,
Anwaltsklausur und dem Beweisrecht, wo sich der Autor sehr knapp gibt.
Die Stufenklage fehlt ebenfalls.
Der dritte Teil ist ein sehr praxisorientierter Abschnitt, den ich so
bei anderen Standardbüchern kaum gesehen habe.
Er ähnelt mehr einem Skript und ist daher für die
Formalien
der Klausur eine zusätzliche und sehr hilfreiche Grundlage.
Zusammenfassend denke ich: Für die Probleme, die der
Knöringer schwerpunktmäßig behandelt, ist
das Buch
absolut
umfassend und für meinen Geschmack besser als die Konkurrenz -
mit
einem Begleitwerk daher dann auch für die Examensvorbereitung
geeignet. Für alle, die seine Schwächen kennen (aber
welches
Lehrbuch hat denn keine?) und dementsprechend anderweitig
vorsorgen, würde ich daher das Buch uneingeschränkt
empfehlen, insbesondere angesichts des relativ günstigen
Kaufpreises.
-DL
Monika Anders/Burkhard Gehle: Das Assessorexamen im Zivilrecht
Monika Anders/Burkhard Gehle: Das Assessorexamen im Zivilrecht
Der "Anders/Gehle" ist zweifellos einer der Klassiker der
Referendarliteratur für die Zivilstation und mittlerweile in
der 10. Auflage 2010 erschienen. Mit seinen 560 Seiten
eignet
er
sich allein schon wegen seines Umfangs eher als Nachschlagewerk und
Lehrbuch als zur schnellen Aneignung oder Wiederholung des
Examensstoffes. Der wenig unterhaltsbeihilfenfreundliche Preis von 39,00
Euro unterstreicht diese Funktion.

Ein Hauptproblem des Buches liegt in seiner Konzeption: Die Darstellung
des Stoffes folgt nicht der den Referendar zu Beginn seiner Ausbildung
hauptsächlich interessierenden Fragestellung "Wie schreibe ich
ein
Urteil?", sondern am Beispiel der Relation und ihrer Technik. Dieser
Aufbau mag für das Erstellen eines Votums im Rahmen der
Station
ganz hilfreich sein, für das Schreiben eines Urteils in
Klausur
und Praxis gilt dies aber nicht: So müssen die einzelnen
Elemente
eines Urteils und die dazugehörigen Ausführungen aus
der
dargestellten Relation "herausgesucht" werden, was das Buch etwas
unübersichtlich erscheinen lässt und den schnellen
Zugriff
auf einzelne Probleme erschwert.
Hat man sich jedoch erst einmal mit dem Aufbau des Anders/Gehle
vertraut gemacht, stellt man doch fest, dass es sich bei diesem Buch um
eine Fundgrube handelt, die gerade für die Arbeit in der
Station
sehr hilfreich ist und die auf viele praktische Fragen eine Antwort
gibt. Zudem ermöglichen die ausführlichen
Darstellungen
anhand vieler Beispiele einen sehr guten und verständlichen
ersten
Zugang zu der Materie. Positiv ist auch anzumerken, dass die Autoren
zumindest versuchen, dem im Hinblick auf die Anwaltsausbildung
geänderten Schwerpunkt des Referendariats dadurch Rechnung zu
tragen, dass nach jedem Kapitel auf die bei dem jeweiligen Fragenkreis
zu beachtenden Besonderheiten in der Anwaltsklausur hingewiesen wird.
Zu bestimmten, für die Klausur relevanten Fragen schweigt sich
der
Anders/Gehle jedoch trotz seines Umfangs entweder ganz aus oder
erwähnt sie nur unzureichend: So fehlen
zusammenhängende
Darstellungen zur gerichtlichen Zuständigkeit, der
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, das Eilverfahren sowie zu
Streitgenossenschaft und Intervention. Diese Lücken
müssen
leider mit anderweitiger Ausbildungsliteratur gefüllt werden.
Es bleibt als Fazit, dass es sich beim Anders/Gehle
tatsächlich
sowohl um ein hilfreiches Nachschlagewerk für die
Stationsarbeit
als auch um ein eingängiges Lehrbuch zum Verständnis
und zur
Vertiefung bestimmter Themengebiete handelt. Hierfür lohnt
sich
die Anschaffung. Zur konkreten Klausurvorbereitung ist er jedoch eher
ungeeignet.
-HS
Hagendorn/Bansemer/Sander: Die Anwaltsklausur im Zivilrecht
Im Mai 2009 ist das von Rechtsanwältin Dr. Nadja Hagendorn und Kollegen überarbeitete Skript zur Anwaltsklausur im Zivilrecht im Boorberg Verlag erschienen.
Auch wenn das Buch mit einem Preis von weniger als 20 Euro außerordentlich erschwinglich ist, wird damit leider auch die Hoffnung vieler Referendare begraben, schon bald einem kostenlosen, vom GJPA und KG "abgesegneten" Skript zur Anwaltsklausur im Zivilrecht von dieser engagierten Arbeitsgemeinschaftsleiterin entgegensehen zu können.
Das schmälert natürlich nicht die Qualität des Werkes. Zwar handelt es sich um ein Skript und kein Lehrbuch, so dass die Literaturauswertung nicht umfassend ist. Dafür ist die Sprache gut verständlich, die aus verschiedenen Skripten bekannten Tipp- oder Zusammenfassungs-Kästchen lockern den Text auf und machen auch ein "Querlesen" möglich.
Inhaltlich wird
nicht das gesamte examensrelevante
Zivilprozessrecht abgehandelt. Das könnte man von einem
Skript,
das gut 120 Seiten umfasst, allerdings auch nicht erwarten.
Dafür werden die anwaltsspezifischen Besonderheiten - soweit
der
Verfasser das beurteilen kann - erschöpfend behandelt.
Viele Formulierungsbeispiele und Muster sind nicht nur für
Examenskandidaten, sondern auch für Kollegen, die gerade erst
mit
der Anwaltsstation beginnen, sehr nützlich. Besonders
hilfreich,
gerade für Referendare aus Berlin und Brandenburg,
sind die zahlreichen Hinweise auf die Unterschiede in den verschiedenen
Bundesländern, bei denen die Praxis des GJPA immer am
ausführlichsten besprochen wird.
Einigen Kollegen, vor allem denen, die während Ihrer Unizeit bei Prof. Leenen gehört haben, werden sich allerdings die Nackenhaare aufstellen, wenn sie Formulierungen wie "Der Anspruch des Mandanten gegen X auf Zahlung des Kaufpreises aus § 433 Abs. 2 BGB" (und nicht: "...aus Kaufvertrag gemäß § 433 Abs. 2 BGB") lesen. Solche Spitzfindigkeiten sind aber wahrscheinlich im 1. Staatsexamen wichtiger.
Sehr nützlich ist auch die getrennte Darstellung der Klausur aus Kläger- bzw. Beklagtensicht. Das Skript geht weit über die "Ratschläge zur Klausurtaktik" hinaus. Wer sich in Berlin ausführlich auf die anwaltsspezifischen Besonderheiten in der Zivilrechtsklausur vorbereiten will, kann dies vermutlich mit keinem Werk besser als mit dem von Hagendorn.
Ein Ansichtsexemplar des Skripts liegt übrigens auch in unserem Büro zur Einsichtnahme bereit.
-TW
Lackmann, Rolf: Zwangsvollstreckungsrecht
Das Buch von Rolf Lackmann mit dem Titel: "Zwangsvollstreckungsrecht mit Grundzügen des Insolvenzrechts", das hier in der 8. Auflage aus dem Jahre 2007 vorliegt, wird die meisten wohl bereits durch seinen äußerlichen Umfang anschrecken.

Der
Umfang des Buches von 479 Seiten schafft aber einen
trügerischen Schein, wie
sooft. Vielmehr schafft es der Autor auf der reichlichen
Hälfte das gesamte
Zwangsvollstreckungsrecht mit den dazugehörigen Rechtsbehelfen
und
den einstweiligen Rechtsschutz abzuhandeln. Der letzte Teil dient
ausschließlich dazu, die Wiederholung zu erleichtern.
Die Sprache der sich Lackmann dabei bedient, ist eine sehr klare. Indem Kernbegriffe fett gedruckt sind, rundet der Autor den positiven Eindruck, den das Druckbild macht, ab. Lackmann geht stets auf besondere Klausurprobleme ein und gibt immer wieder eine Anleitung zur Bildung des korrekten Tenors und weißt auf Besonderheiten bei dem Rubrum. Im hinteren Teil des Buches können besonders Wissbegierige noch Grundzüge des Insolvenzrechts lernen, was sinnvoll ist, da es die Gegensätze zur Einzelvollstreckung deutlicher macht.
Als optischer Lerner haben mich die Übersichten zum
Zwangsvollstreckungsrecht überzeugt, die gerade für
das so
formale Zwangsvollstreckungsrecht eine erhebliche Erleichterung
darstellen. Den letzten Teil seines Buches widmet der Autor
schließlich Kurzzusammenfassungen zu den Rechtsbehelfen des
8.
Buches der ZPO und verweißt bei diesen auf den entsprechenden
Passagen seines Buches. Leider beschränkt er sich dabei auf
die
Mobiliarvollstreckung.
Den Lernerfolg macht der Autor komplett, indem er dem gnädigen
Leser mit Fällen die Möglichkeit gibt, das Erlernte
an einem
Fall auszuprobieren. Die Fälle sollen dabei
Examensfällen
nachgebildet sein.
Der Preis des Buches beträgt 29,90 Euro. Das sollte aber nicht
davor abschrecken, das Buch zu kaufen. Das Buch behandelt schliesslich
das gesamte Zwangsvollstreckungsrecht, das Insolvenzrecht und ist dazu
noch ein sehr gutes Fallbuch.
Strafrecht
Joecks, Wolfgang: Studienkommentar StGB
Der Studienkommentar ist derzeit in der 7. Auflage
(Stand: 2007)
verfügbar und der Klassiker der Beck-Reihe der
Studienkommentare,
der einigen sicher schon aus dem Studium bekannt ist. Dennoch ist
dieser Kommentar nicht nur für Jura-Studenten, sondern auch
für Referendare zu empfehlen. Er eignet sich sehr gut, um das
materielle Strafrecht wieder aufzufrischen bzw. einzelne
Problemstände nachzulesen.

Der
Joecks ist trotz der 800 Seiten kompakt in der Darstellung,
enthält die wesentlichen Streitstände und die
Aufbauschemata
prüfungsrelevanter Straftatbestände und hat damit den
anderen
Kommentaren einiges voraus in Sachen problemgewichtete
Examensvorbereitung. Zudem enthält er Hinweise auf die
unterschiedlichen Examensanforderungen in den einzelnen
Bundesländern, insoweit kann er sicher als berlin-spezifisch
und
somit auch als hilfreiche Orientierung gelten.Allerdings ist darauf
hinzuweisen, dass die Bedeutung der in dem Werk teilweise sehr
ausführlich dargestellten Meinungsstreits im 2. Examen auf ein
Minimum reduziert ist und vielmehr die Kenntnis der Rechtsprechung
entscheidend ist.
Dieser Studienkommentar bietet für seinen mit 29,50 Euro
günstigen Preis (im Vergleich dazu der
Tröndle/Fischer: 68
Euro) sehr viel. Dennoch kann er den Tröndle /Fischer nicht
ersetzen, weil nur dieser im Examen zugelassen ist. Aus diesem Grund
sollte man sich auch unbedingt mit dem 2367 Seiten umfassenden
Tröndle/Fischer bekannt machen, um während der
schriftlichen
Prüfungen auch damit umgehen zu können und die
relevanten
Informationen darin zu orten.
-AKR
Werner Beulke Strafprozessrecht
Der Passauer Strafrechtsprofessor Dr. Werner Beulke schafft es auch im Strafverfahrensrecht, die Materie dem Referendar anschaulich in gestraffter Form näherzubringen. Der Stil ist bereits aus der materiellen Strafrechtsreihe Wessels/Beulke bekannt:
Die
Schwerpunkte sind examensrelevant gesetzt; die Darstellung des Stoffes
anhand von kurzen Fällen vorgestellt, indem zu Beginn des
Abschnitts der Sachverhalt geschildert wird und parallel zum
Stoffverlauf die Lösung des Falles präsentiert wird.
Sollte einem die knappe Formulierung nicht ausreichend, kann man sicher
gehen, eine Quellenangabe vorzufinden, um eine Vertiefung des Problems
sicherstellen zu können. Wer ein Faible für
ausführliche
Lehrbücher hat, dem sei das Buch daher nicht zu empfehlen.
Zwar werden auch die Formalien einer Anklageschrift oder die einer
Einstellungsverfügung (relevant für die Station)
nicht
musterartig dargestellt. Insoweit wäre als Ergänzung
das
Skript des Kammergerichts oder ein anderes zu raten. Dies sollte
allerdings meiner Meinung nach kein Hinderungsgrund sein. Wie gesagt
sind alle in Betracht kommenden klausurrelevanten Themen enthalten und
gut aufbereitet, so dass damit die Arbeitsgemeinschaftsklausuren
erfolgreich bestritten werden können.
Der auf den Punkt gebrachte kurze Text erspart einem die Zeit in der
Vorbereitung. Auch die optische Darstellung (zB
großzügige
Absätze, verschiedene Schriftgrößen,
Farbunterschiede,
einschlägige Begriffe sind fettgedruckt) erleichtert einem das
Überspringen von Textpassagen, die nicht von Interesse sein
mögen.
Enthalten sind alle klassischen Bereiche des Strafverfahrensrechts (zB
Staatsanwaltschaft, Verteidiger, Beschuldigter mit seinen Rechten und
Pflichten, U-Haft, Zwangsmittel, etc.). Hervorzuheben ist aber ein
eigener Abschnitt, der sich in einer gegliederten Folge den
Prozessvoraussetzungen widmet; als Abhandlungsliste für die
Klausur daher gut geeignet.
Der Kaufpreis in
Höhe von 21.00
Euro
ist angemessen angesichts des Preis-Leistungs-Verhältnisses.
-IK-
Haller/ Conzen Das Strafverfahren- Eine systematische Darstellung mit Originalakte und Fallbeispielen
Nachdem ich dem Ratschlag der Referendarabteilung folgte und meinen
Beulke für die Station benutzte, musste ich schnell
feststellen,
dass der Beulke mir nicht ausführlich genug war.

Nach
einiger Zeit entdeckte ich das Buch von Haller/ Conzen, die beide
Richter am OLG Köln sind, was dem Buch aber keinen Abbruch
tut.
Das Buch zeichnet sich durch ein klares Druckbild aus. Der
Fussnotenapparat ist auf das notwendigste beschränkt.
Schwerpunktmäßig wird die Kommentierung des
Meyer/Goßner herangezogen, was dabei hilft Sicherheit mit der
Kommentierung zu erlangen und dadurch in der Klausursituation schnell
zu finden, was man sucht.
Das erste Kapitel widmet sich den Verfahrensprinzipien, wobei nicht auf
ihnen "herumgeritten" wird. Vielmehr werden diese auf nur
zwölf
Seiten abgehandelt, was das Verständnis für den
folgenden
Stoff wesentlich erleichert.
Im zweiten Kapitel wird das Ermittlungsverfahren behandelt, wobei
sinnvoller Weise mit dem Begriff der Tat im prozessrechtlichen Sinn
begonnen wird.
Dabei wird der Beginn und das Ende des Ermittlungsverfahrens
ausführlich behandelt. Besonderes Gewicht wird auf die
Einstellungsvorschriften gelegt - ein Kapitel, was bei dem Beulke
meines Erachtens zu kurz kommt.
Die praktische Arbeit in der Station wird durch die
beigefügten
Muster, die zwar dem nordrhein- westfälischen Schema folgen,
das
jedoch nicht von dem Berliner Schema abweicht. Die steten
Bezüge
zur RiStBV, die im Beulke überhaupt nicht vorkommt,
ermöglichen es, nicht nur das praktische Handwerk zu erlernen,
sondern auch das "klausur"- mäßige Handwerk. Leider
wird das
Abfassen einer Anklageschrift nicht besonders ausführlich
behandelt. Das Durcharbeiten des Kammergerichtskriptes bleibt einem
also nicht erspart.
Trotzdem unterstreicht gerade dieses Kapitel den Vorteil des Haller/
Conzen gegenüber dem Beulke.
Der Beulke ist eher theoretisch angelegt, während der Haller/
Conzen neben der Theorie, auch die Praxis im Auge hat und sie dort auch
behält, aber leider nur neben und nicht zu einen
gleichrangigen
Verhältnis.
In dem Hauptteil des Buches wird dann das Zustandekommen eines
strafrechtlichen Urteils behandelt. Logischer Weise wird dabei mit dem
Zwischenverfahren angefangen und dann der Gang der Hauptverhandlung
behandelt.
In diesem Kapitel findet sich dann ein weiterer Wermutstropfen des
Buches. Es fehlen Ausführungen zur Strafzumessung und zum
Plädoyer. Zwar wird diese Lücke durch den Leitfaden
des
Kammergerichts gefüllt; ich hätte mir aber bei einem
Buch,
das seinen Praxisbezug in den Vordergrund stellt auch
Ausführungen
zu solch wichtigen praktischen Themen gewünscht, zumal sich in
dem
Kapitel über das Ermittlungsverfahren sogar
Erklärungen
über die Anklagebegleitverfügung finden. Es
wäre also
nur konseqzuent gewesen, auch auf die praktischen Seiten der
mündlichen Verhandlung einzugehen.
Trotzdem besticht der Haller/ Conzen durch den Detailreichtum, da sich
das Buch selbst mit den Eigenheiten von Alkohol im
Strafprozeß
finden, die mir in Klausuren gute Dienste geleistet haben und zu denen
man nur schwierig Unterlagen findet, obwohl Alkohol schon in den
Klausuren des ersten Examens eine große Rolle spielt.
Das Kapitel über das Beweisrecht ist sehr
ausführlich, wenn
auch nicht besonders übersichtlich, da einige "Beweisverbote"
in
diesem Kapitel keine Erwähnung finden, so etwa die aus
§ 136
a und § 252 StPO. Diese finden sich aber in dem vorhergehenden
Kapitel über den Gang des Hauptverfahrens in dem auch die
einzelnen Beweismittel erläutert werden.
Nicht zu vernachlässigen ist schliesslich das
äußerst
gelungene letzte Kapitel über die strafprozessualen
Zwangsmaßnahmen, das keine Wünsche offen
lässt und sich
auch mit der berliner Rechtsprechung auseinander setzt und zur
Abrundung Musterbeschlüsse enthält.
Der Haller/ Conzen läßt nur sehr wenig
Wünsche offen
und wird sowohl denjenigen, die nur ein Schmalspurprogramm im
Strafrecht fahren wollen, als auch denjenigen, die das Strafrecht als
Wahlfach nehmen wollen gute Dienste leisten. Der Preis von 33,00 Euro
ist zwar hoch, bewegt sich aber noch im Rahmen, den man für
Fachliteratur ausgeben muss.
-FB-
Öffentliches Recht
Helge Sodan / Jan Ziekow: Grundkurs Öffentliches Recht
Staats- und Verwaltungsrecht
Der Grundkurs für öffentliches Recht ist der letzte
Wurf aus der Reihe
Grundkurse in der die Bände von Musielak die bekanntesten sein
dürften. Genau so muss das
Buch auch verstanden werden. Es kann nur zur schnellen Wiederholung der
Grundstrukturen dienen, ohne Vertiefungen bieten zu können.

Auf mehr als 700 Seiten werden das Staatsrecht, die Grundrechte, das
allgemeine
Verwaltungsrecht und das Verwaltungsprozessrecht behandelt- alles
Themen, die ein Referendar auch im Examen zu bearbeiten hat. Besonders
hervor zu heben sind die Kapitel über die Grundrechte und
über das
Verwaltungsprozessrecht. Letzteres kommt mit ca. 70 Seiten aus und kann
somit natürlich keine tiefgründigen Erkenntnisse
verschaffen,für eine
schnelle fundierte Wiederholung ist dieses Kapitel aber bestens
geeignet.
Jedes Kapitel fängt mit kleineren Fällen an und endet
mit
Wiederholungs- und Vertiefungsfragen,was ich persönlich sehr
angenehm
finde, da es ermöglicht, den Lernerfolg zu
überprüfen. Weiterhin fällt
das Buch durch die vielen Übersichten auf, die den Lesefluss,
im
Gegensatz zu anderen Büchern, nicht stören und dem
Verständnis der
Materie sehr förderlich sind.
An dem Buch ist lediglich das Papier zu bemängeln, das an das
klassische Schönfelderpapier erinnert.
-FB
Europarecht von Helmut Loibl
Das Europarecht war im ersten Staatsexamen für mich ein echtes Schreckgespenst, dem ich recht erfolgreich mit diesem Skript begegnen konnte.
Das Skript ist mit 132 Seiten sehr kurz. Zusammen mit dem
Skript
von RiAG Zivier hat man aber genug Informationen, um jede zivil- oder
verwaltungsrechtliche Klausur im Examen erfolgreich meistern zu
können. Auf gerade mal 18 groß beschriebenen Seiten werden die Geschichte und die Organe der EG beschrieben. Diese beiden Kapitel kann man getrost überlesen, die klare Sprache lädt trotzdem dazu ein, sie durchzulesen und seine politische Allgemeinbildung zu erweitern.
Die nächsten Seiten sind jedoch ein Muss, denn Loibl versteht es einem die Arbeit und das Verständnis zu erleichtern, indem er viele Übersichten und Schemata verwendet und stets das Erlernte mit einem kleinen Beispielsfall unterlegt. Auffällig ist dabei, dass er all die Punkte anspricht, die einem in der Klausur begegnen können:
Das Beihilferecht und dessen Einfluss auf die Rücknahmevorschriften der VwVfG, den Amtshaftungsanspruch gegen Deutschland wegen einer nicht rechtzeitig umgesetzten Richtlinie und den Rechtschutz gegen Verwaltungsakte, die aufgrund von EG- Recht erlassen worden sind.
Schließlich widmet sich der Teil 2 des Skriptes den
Grundfreiheiten. In diesem Kapitel werden die Grundfreiheiten
erläutert und deren Schranken, wobei sich der Autor auf die
wichtigsten beschränkt.
Leider nimmt er dabei eine Auswahl vor, bei der Art. 141 EG
außen
vor gelassen wird, was für mich den Wert des Buches mindert.
Beachtet man aber dieses Manko und legt sich das Skript von RiAG Zivier
daneben, dann ist man für das Examen gut gerüstet.
