Der Klausurenkurs



  1. Ihr schreibt die jeweils aktuelle Klausur, die ihr hier herunterladen könnt.
  2. Ihr füllt das Formblatt aus und heftet es als Deckblatt an Eure Klausur.
  3. Spätestens bis einen Tag bevor die Lösung der jeweiligen Klausur auf der Homepage des Kammergerichts veröffentlicht wird, gebt Ihr die Klausur mit 10,00 Euro in bar (am besten als 10-Euro-Schein) im Büro des Personalrates ab.
  4. Die Rückgabe erfolgt ca. zwei Wochen später. Sofern Ihr bei der Abgabe keinen frankierten und adressierten Rückumschlag beigefügt habt, holt Ihr die Klausur wieder im Büro des Personalrats ab. Die Abholtermine werden wir hier bekannt geben.

Die Korrektur erfolgt für jede gezahlte Klausur. Um den Verwaltungsaufwand gering zu halten, können Korrekturen nicht im Voraus bezahlt werden.

Das Formblatt, welches auch als Quittung dient, erhaltet Ihr von dem jeweiligen Korrektor unterschrieben zusammen mit der Klausur zurück.

Durch die Teilnahme bindet Ihr Euch im Gegensatz zu den "kommerziellen" Klausurenkursen nicht. Ihr zahlt nur die Klausur die ihr geschrieben habt. 


Aktenvortragssachverhalte


Bei uns im Büro könnt ihr alte Sachverhalte von Aktenvorträgen, die in Berlin gelaufen sind, einsehen und gegen einen Pfand zum Kopieren ausleihen. 


Literaturtipps, Literaturlisten und Skripten

Hier könnt Ihr Skripten des Kammergerichts und anderer "Anbieter" herunter laden.

Literaturlisten


Skripten

Literaturtipps

Auf dem immer unübersichtlicher werdenden Buchmarkt mussten auch wir uns während des Referendariats orientieren. Dabei sind wir auf die "Klassiker" genauso gestoßen wie auf echte Geheimtipps. Die guten und schlechten Erfahrungen, die wir mit Büchern und Kommentaren gemacht haben, wollen wir hier an Euch weitergeben.
Bitte beachtet, dass es sich bei den Rezensionen um die persönliche Ansicht der jeweiligen Autoren handelt.
Habt Ihr Interesse an einem der vorgestellten Bücher, dann klickt bitte auf die Bilder und kauft die Bücher bei Amazon. Der Personalrat bekommt einen kleinen Anteil der Verkaufssumme, womit ihr die Arbeit Eures Personalrates unterstützt.

Zivilrecht

Schneider/ van den Hövel: Die Tenorierung im Zivilurteil



"Die Tenorierung im Zivilurteil" ist in der gleichen Reihe erschienen wie der Klassiker der Referendarliteratur "Bericht, Gutachten und Urteil" von Sattelmacher Sirp.

Dieses Buch dient dazu die Tenorierung im Zivilurteil zu erlernen und sicher zu beherrschen. Das ist nicht nur deshalb wichtig, weil der Tenor die Visitenkarte einer jeden Klausur ist und Fehler darin besonders schwer wiegen, sondern auch, weil der Tenor das Ergebnis der zivilprozessualen Würdigung eines jeden Falles ist. Dieses Buch hilft dabei, das Prozessrecht zu wiederholen und zu vertiefen.

Die Tenorierung im Zivilurteil In dem ersten Teil des Buches werden die Tenores abstrakt erklärt. Dabei werden auch die Besonderheiten der Tenores u.a. das streitige Verfahren nach einem Einspruch, die teilweise einseitige Erledigungserklärung oder etwa die Tenores bei der Berufung.

Der zweite Teil des Buches ist der Übung gewidmet. Jede Übung fängt mit einem kleinen Fall an, dann kommt die Lösung und schließlich folgt eine Erklärung zu dem jeweiligen Tenor. Insgesamt gibt es über 400 kleine Übungsfälle, die schnell bearbeitet werden können.

Bei den Lösungen der Übungsfälle wird die nordrheinwestfälische Gerichtspraxis berücksichtigt. So kommt es, dass z.B. die Höhe der Sicherheitsleistung mit 115% angegeben wird. Wenn der Bearbeiter diese Tatsache berücksichtigt, ist der pädagogischen Wert des Buches ungeschmälert.

Einziger Wehrmutstropfen des Buches ist der Preis von 18,- Euro, der wohl der übliche Einstiegspreis von Ausbildungsliteratur ist und deshalb eigentlich nicht besonders bemängelt werden kann.

-FB

Knöringer: Die Assessorklausur im Zivilprozess



Die neueste Auflage des Buches "Die Assessorklausur im Zivilprozess" ist in der 12. Auflage in 2007 erschienen. Das Buch ist mit 23,90 Euro vergleichsweise günstig. Der Autor ist hauptberuflich Richter am OLG und Leiter von AGs was sich meiner Meinung nach in einem etwas weniger akademischen Stil und einer Beschränkung auf das Wesentliche zeigt. Der Schreibstil ermöglicht einen schnellen Zugang zur Materie und da Buch ist daher insbesondere für Neulinge einfach zugänglich und absolut geeignet.

Assessorklausur im ZivilprozessMit diesem Lehrbuch ist Herrn Knöringer ein sehr hilfreiches und durch zahllose kleine Beispiele und größere Beispielsfälle gut verständliches Lehrbuch für Referendare auf dem Gebiet des Zivilprozessrechts gelungen. Viele examensrelevante Themen werden in diesem Buch behandelt, wenn auch nicht alle. Aus diesem Grund ist ein weiteres Buch neben dem Knöringer zur Examensvorbereitung dringend zu empfehlen. Für die Station und die AG Klausuren reicht es jedoch allemal. Der Lernstoff lässt sich mit diesem Buch wirklich gut nachvollziehen. Außerdem werden dem Leser an einigen Stellen klausurorientierte und praxisnahe Tipps an die Hand gegeben.

Das Buch ist in drei Teile aufgebaut: 1) Das Urteil, 2) Hauptgebiete des Zivilprozesses und 3) Ausführen zur Klausurtechnik


Positiv hervorheben möchte ich die Kapitel des ersten Teils, also zum Urteil. Sie sind sehr eingängig und decken vieles von diesem von anderen Lehrbüchern teilweise geradezu fahrlässig vernachlässigten Themenbereich ab. Es gibt insbesondere auch Kapitel zum Tatbestand und den Entscheidungsgründen.

Der zweite Teil, in dem der Autor Themen aus dem "materiellen" Zivilprozessrecht behandelt, ist, wie der Rest des Buches, gut gelungen, es sind jedoch Lücken festzustellen. Wo es demzufolge etwas mangelt, das sind Ausführungen zur Relationstechnik, Anwaltsklausur und dem Beweisrecht, wo sich der Autor sehr knapp gibt. Die Stufenklage fehlt ebenfalls.

Der dritte Teil ist ein sehr praxisorientierter Abschnitt, den ich so bei anderen Standardbüchern kaum gesehen habe. Er ähnelt mehr einem Skript und ist daher für die Formalien der Klausur eine zusätzliche und sehr hilfreiche Grundlage.

Zusammenfassend denke ich: Für die Probleme, die der Knöringer schwerpunktmäßig behandelt, ist das Buch absolut umfassend und für meinen Geschmack besser als die Konkurrenz - mit einem Begleitwerk daher dann auch für die Examensvorbereitung geeignet. Für alle, die seine Schwächen kennen (aber welches Lehrbuch hat denn keine?) und dementsprechend anderweitig vorsorgen, würde ich daher das Buch uneingeschränkt empfehlen, insbesondere angesichts des relativ günstigen Kaufpreises.

-DL

Monika Anders/Burkhard Gehle: Das Assessorexamen im Zivilrecht



Monika Anders/Burkhard Gehle: Das Assessorexamen im Zivilrecht
Der "Anders/Gehle" ist zweifellos einer der Klassiker der Referendarliteratur für die Zivilstation und mittlerweile in der 10. Auflage 2010 erschienen. Mit seinen 560 Seiten eignet er sich allein schon wegen seines Umfangs eher als Nachschlagewerk und Lehrbuch als zur schnellen Aneignung oder Wiederholung des Examensstoffes. Der wenig unterhaltsbeihilfenfreundliche Preis von 39,00 Euro unterstreicht diese Funktion.
Anders/Gehle: Assessorexamen im Zivilrecht
Ein Hauptproblem des Buches liegt in seiner Konzeption: Die Darstellung des Stoffes folgt nicht der den Referendar zu Beginn seiner Ausbildung hauptsächlich interessierenden Fragestellung "Wie schreibe ich ein Urteil?", sondern am Beispiel der Relation und ihrer Technik. Dieser Aufbau mag für das Erstellen eines Votums im Rahmen der Station ganz hilfreich sein, für das Schreiben eines Urteils in Klausur und Praxis gilt dies aber nicht: So müssen die einzelnen Elemente eines Urteils und die dazugehörigen Ausführungen aus der dargestellten Relation "herausgesucht" werden, was das Buch etwas unübersichtlich erscheinen lässt und den schnellen Zugriff auf einzelne Probleme erschwert.

Hat man sich jedoch erst einmal mit dem Aufbau des Anders/Gehle vertraut gemacht, stellt man doch fest, dass es sich bei diesem Buch um eine Fundgrube handelt, die gerade für die Arbeit in der Station sehr hilfreich ist und die auf viele praktische Fragen eine Antwort gibt. Zudem ermöglichen die ausführlichen Darstellungen anhand vieler Beispiele einen sehr guten und verständlichen ersten Zugang zu der Materie. Positiv ist auch anzumerken, dass die Autoren zumindest versuchen, dem im Hinblick auf die Anwaltsausbildung geänderten Schwerpunkt des Referendariats dadurch Rechnung zu tragen, dass nach jedem Kapitel auf die bei dem jeweiligen Fragenkreis zu beachtenden Besonderheiten in der Anwaltsklausur hingewiesen wird.

Zu bestimmten, für die Klausur relevanten Fragen schweigt sich der Anders/Gehle jedoch trotz seines Umfangs entweder ganz aus oder erwähnt sie nur unzureichend: So fehlen zusammenhängende Darstellungen zur gerichtlichen Zuständigkeit, der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, das Eilverfahren sowie zu Streitgenossenschaft und Intervention. Diese Lücken müssen leider mit anderweitiger Ausbildungsliteratur gefüllt werden.

Es bleibt als Fazit, dass es sich beim Anders/Gehle tatsächlich sowohl um ein hilfreiches Nachschlagewerk für die Stationsarbeit als auch um ein eingängiges Lehrbuch zum Verständnis und zur Vertiefung bestimmter Themengebiete handelt. Hierfür lohnt sich die Anschaffung. Zur konkreten Klausurvorbereitung ist er jedoch eher ungeeignet.

-HS

Hagendorn/Bansemer/Sander: Die Anwaltsklausur im Zivilrecht



Im Mai 2009 ist das von Rechtsanwältin Dr. Nadja Hagendorn und Kollegen überarbeitete Skript zur Anwaltsklausur im Zivilrecht im Boorberg Verlag erschienen.

Auch wenn das Buch mit einem Preis von weniger als 20 Euro außerordentlich erschwinglich ist, wird damit leider auch die Hoffnung vieler Referendare begraben, schon bald einem kostenlosen, vom GJPA und KG "abgesegneten" Skript zur Anwaltsklausur im Zivilrecht von dieser engagierten Arbeitsgemeinschaftsleiterin entgegensehen zu können.

Das schmälert natürlich nicht die Qualität des Werkes. Zwar handelt es sich um ein Skript und kein Lehrbuch, so dass die Literaturauswertung nicht umfassend ist. Dafür ist die Sprache gut verständlich, die aus verschiedenen Skripten bekannten Tipp- oder Zusammenfassungs-Kästchen lockern den Text auf und machen auch ein "Querlesen" möglich.

Die Anwaltsklausur im Zivilrecht Strategien zum ErfolgInhaltlich wird nicht das gesamte examensrelevante Zivilprozessrecht abgehandelt. Das könnte man von einem Skript, das gut 120 Seiten umfasst, allerdings auch nicht erwarten. Dafür werden die anwaltsspezifischen Besonderheiten - soweit der Verfasser das beurteilen kann - erschöpfend behandelt. Viele Formulierungsbeispiele und Muster sind nicht nur für Examenskandidaten, sondern auch für Kollegen, die gerade erst mit der Anwaltsstation beginnen, sehr nützlich. Besonders hilfreich, gerade für Referendare aus Berlin und Brandenburg, sind die zahlreichen Hinweise auf die Unterschiede in den verschiedenen Bundesländern, bei denen die Praxis des GJPA immer am ausführlichsten besprochen wird.

Einigen Kollegen, vor allem denen, die während Ihrer Unizeit bei Prof. Leenen gehört haben, werden sich allerdings die Nackenhaare aufstellen, wenn sie Formulierungen wie "Der Anspruch des Mandanten gegen X auf Zahlung des Kaufpreises aus § 433 Abs. 2 BGB" (und nicht: "...aus Kaufvertrag gemäß § 433 Abs. 2 BGB") lesen. Solche Spitzfindigkeiten sind aber wahrscheinlich im 1. Staatsexamen wichtiger.

Sehr nützlich ist auch die getrennte Darstellung der Klausur aus Kläger- bzw. Beklagtensicht. Das Skript geht weit über die "Ratschläge zur Klausurtaktik" hinaus. Wer sich in Berlin ausführlich auf die anwaltsspezifischen Besonderheiten in der Zivilrechtsklausur vorbereiten will, kann dies vermutlich mit keinem Werk besser als mit dem von Hagendorn.

Ein Ansichtsexemplar des Skripts liegt übrigens auch in unserem Büro zur Einsichtnahme bereit.

-TW

Lackmann, Rolf: Zwangsvollstreckungsrecht

Das Buch von Rolf Lackmann mit dem Titel: "Zwangsvollstreckungsrecht mit Grundzügen des Insolvenzrechts", das hier in der 8. Auflage aus dem Jahre 2007 vorliegt, wird die meisten wohl bereits durch seinen äußerlichen Umfang anschrecken. 

ZwangsvollstreckungsrechtDer Umfang des Buches von 479 Seiten schafft aber einen trügerischen Schein, wie sooft. Vielmehr schafft es der Autor auf der reichlichen Hälfte das gesamte Zwangsvollstreckungsrecht mit den dazugehörigen Rechtsbehelfen und den einstweiligen Rechtsschutz abzuhandeln. Der letzte Teil dient ausschließlich dazu, die Wiederholung zu erleichtern.

Die Sprache der sich Lackmann dabei bedient, ist eine sehr klare. Indem Kernbegriffe fett gedruckt sind, rundet der Autor den positiven Eindruck, den das Druckbild macht, ab. Lackmann geht stets auf besondere Klausurprobleme ein und gibt immer wieder eine Anleitung zur Bildung des korrekten Tenors und weißt auf Besonderheiten bei dem Rubrum. Im hinteren Teil des Buches können besonders Wissbegierige noch Grundzüge des Insolvenzrechts lernen, was sinnvoll ist, da es die Gegensätze zur Einzelvollstreckung deutlicher macht.

Als optischer Lerner haben mich die Übersichten zum Zwangsvollstreckungsrecht überzeugt, die gerade für das so formale Zwangsvollstreckungsrecht eine erhebliche Erleichterung darstellen. Den letzten Teil seines Buches widmet der Autor schließlich Kurzzusammenfassungen zu den Rechtsbehelfen des 8. Buches der ZPO und verweißt bei diesen auf den entsprechenden Passagen seines Buches. Leider beschränkt er sich dabei auf die Mobiliarvollstreckung.
Den Lernerfolg macht der Autor komplett, indem er dem gnädigen Leser mit Fällen die Möglichkeit gibt, das Erlernte an einem Fall auszuprobieren. Die Fälle sollen dabei Examensfällen nachgebildet sein.

Der Preis des Buches beträgt 29,90 Euro. Das sollte aber nicht davor abschrecken, das Buch zu kaufen. Das Buch behandelt schliesslich das gesamte Zwangsvollstreckungsrecht, das Insolvenzrecht und ist dazu noch ein sehr gutes Fallbuch.

Strafrecht

Joecks, Wolfgang: Studienkommentar StGB



Der Studienkommentar ist derzeit in der 7. Auflage (Stand: 2007) verfügbar und der Klassiker der Beck-Reihe der Studienkommentare, der einigen sicher schon aus dem Studium bekannt ist. Dennoch ist dieser Kommentar nicht nur für Jura-Studenten, sondern auch für Referendare zu empfehlen. Er eignet sich sehr gut, um das materielle Strafrecht wieder aufzufrischen bzw. einzelne Problemstände nachzulesen.

Joecks: StGB StudienkommentarDer Joecks ist trotz der 800 Seiten kompakt in der Darstellung, enthält die wesentlichen Streitstände und die Aufbauschemata prüfungsrelevanter Straftatbestände und hat damit den anderen Kommentaren einiges voraus in Sachen problemgewichtete Examensvorbereitung. Zudem enthält er Hinweise auf die unterschiedlichen Examensanforderungen in den einzelnen Bundesländern, insoweit kann er sicher als berlin-spezifisch und somit auch als hilfreiche Orientierung gelten.Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die Bedeutung der in dem Werk teilweise sehr ausführlich dargestellten Meinungsstreits im 2. Examen auf ein Minimum reduziert ist und vielmehr die Kenntnis der Rechtsprechung entscheidend ist.

Dieser Studienkommentar bietet für seinen mit 29,50 Euro günstigen Preis (im Vergleich dazu der Tröndle/Fischer: 68 Euro) sehr viel. Dennoch kann er den Tröndle /Fischer nicht ersetzen, weil nur dieser im Examen zugelassen ist. Aus diesem Grund sollte man sich auch unbedingt mit dem 2367 Seiten umfassenden Tröndle/Fischer bekannt machen, um während der schriftlichen Prüfungen auch damit umgehen zu können und die relevanten Informationen darin zu orten.


-AKR

Werner Beulke Strafprozessrecht



Der Passauer Strafrechtsprofessor Dr. Werner Beulke schafft es auch im Strafverfahrensrecht, die Materie dem Referendar anschaulich in gestraffter Form näherzubringen. Der Stil ist bereits aus der materiellen Strafrechtsreihe Wessels/Beulke bekannt:

Beulke: Strafprozessrecht 

Die Schwerpunkte sind examensrelevant gesetzt; die Darstellung des Stoffes anhand von kurzen Fällen vorgestellt, indem zu Beginn des Abschnitts der Sachverhalt geschildert wird und parallel zum Stoffverlauf die Lösung des Falles präsentiert wird.

Sollte einem die knappe Formulierung nicht ausreichend, kann man sicher gehen, eine Quellenangabe vorzufinden, um eine Vertiefung des Problems sicherstellen zu können. Wer ein Faible für ausführliche Lehrbücher hat, dem sei das Buch daher nicht zu empfehlen.
Zwar werden auch die Formalien einer Anklageschrift oder die einer Einstellungsverfügung (relevant für die Station) nicht musterartig dargestellt. Insoweit wäre als Ergänzung das Skript des Kammergerichts oder ein anderes zu raten. Dies sollte allerdings meiner Meinung nach kein Hinderungsgrund sein. Wie gesagt sind alle in Betracht kommenden klausurrelevanten Themen enthalten und gut aufbereitet, so dass damit die Arbeitsgemeinschaftsklausuren erfolgreich bestritten werden können.

Der auf den Punkt gebrachte kurze Text erspart einem die Zeit in der Vorbereitung. Auch die optische Darstellung (zB großzügige Absätze, verschiedene Schriftgrößen, Farbunterschiede, einschlägige Begriffe sind fettgedruckt) erleichtert einem das Überspringen von Textpassagen, die nicht von Interesse sein mögen.
Enthalten sind alle klassischen Bereiche des Strafverfahrensrechts (zB Staatsanwaltschaft, Verteidiger, Beschuldigter mit seinen Rechten und Pflichten, U-Haft, Zwangsmittel, etc.). Hervorzuheben ist aber ein eigener Abschnitt, der sich in einer gegliederten Folge den Prozessvoraussetzungen widmet; als Abhandlungsliste für die Klausur daher gut geeignet.

Der Kaufpreis in Höhe von 21.00 Euro ist angemessen angesichts des Preis-Leistungs-Verhältnisses.
-IK-

Haller/ Conzen Das Strafverfahren- Eine systematische Darstellung mit Originalakte und Fallbeispielen



Nachdem ich dem Ratschlag der Referendarabteilung folgte und meinen Beulke für die Station benutzte, musste ich schnell feststellen, dass der Beulke mir nicht ausführlich genug war. 

Das StrafverfahrenNach einiger Zeit entdeckte ich das Buch von Haller/ Conzen, die beide Richter am OLG Köln sind, was dem Buch aber keinen Abbruch tut.
Das Buch zeichnet sich durch ein klares Druckbild aus. Der Fussnotenapparat ist auf das notwendigste beschränkt. Schwerpunktmäßig wird die Kommentierung des Meyer/Goßner herangezogen, was dabei hilft Sicherheit mit der Kommentierung zu erlangen und dadurch in der Klausursituation schnell zu finden, was man sucht.

Das erste Kapitel widmet sich den Verfahrensprinzipien, wobei nicht auf ihnen "herumgeritten" wird. Vielmehr werden diese auf nur zwölf Seiten abgehandelt, was das Verständnis für den folgenden Stoff wesentlich erleichert.

Im zweiten Kapitel wird das Ermittlungsverfahren behandelt, wobei sinnvoller Weise mit dem Begriff der Tat im prozessrechtlichen Sinn begonnen wird.
Dabei wird der Beginn und das Ende des Ermittlungsverfahrens ausführlich behandelt. Besonderes Gewicht wird auf die Einstellungsvorschriften gelegt - ein Kapitel, was bei dem Beulke meines Erachtens zu kurz kommt. Die praktische Arbeit in der Station wird durch die beigefügten Muster, die zwar dem nordrhein- westfälischen Schema folgen, das jedoch nicht von dem Berliner Schema abweicht. Die steten Bezüge zur RiStBV, die im Beulke überhaupt nicht vorkommt, ermöglichen es, nicht nur das praktische Handwerk zu erlernen, sondern auch das "klausur"- mäßige Handwerk. Leider wird das Abfassen einer Anklageschrift nicht besonders ausführlich behandelt. Das Durcharbeiten des Kammergerichtskriptes bleibt einem also nicht erspart.

Trotzdem unterstreicht gerade dieses Kapitel den Vorteil des Haller/ Conzen gegenüber dem Beulke.
Der Beulke ist eher theoretisch angelegt, während der Haller/ Conzen neben der Theorie, auch die Praxis im Auge hat und sie dort auch behält, aber leider nur neben und nicht zu einen gleichrangigen Verhältnis.

In dem Hauptteil des Buches wird dann das Zustandekommen eines strafrechtlichen Urteils behandelt. Logischer Weise wird dabei mit dem Zwischenverfahren angefangen und dann der Gang der Hauptverhandlung behandelt.
In diesem Kapitel findet sich dann ein weiterer Wermutstropfen des Buches. Es fehlen Ausführungen zur Strafzumessung und zum Plädoyer. Zwar wird diese Lücke durch den Leitfaden des Kammergerichts gefüllt; ich hätte mir aber bei einem Buch, das seinen Praxisbezug in den Vordergrund stellt auch Ausführungen zu solch wichtigen praktischen Themen gewünscht, zumal sich in dem Kapitel über das Ermittlungsverfahren sogar Erklärungen über die Anklagebegleitverfügung finden. Es wäre also nur konseqzuent gewesen, auch auf die praktischen Seiten der mündlichen Verhandlung einzugehen.

Trotzdem besticht der Haller/ Conzen durch den Detailreichtum, da sich das Buch selbst mit den Eigenheiten von Alkohol im Strafprozeß finden, die mir in Klausuren gute Dienste geleistet haben und zu denen man nur schwierig Unterlagen findet, obwohl Alkohol schon in den Klausuren des ersten Examens eine große Rolle spielt.
Das Kapitel über das Beweisrecht ist sehr ausführlich, wenn auch nicht besonders übersichtlich, da einige "Beweisverbote" in diesem Kapitel keine Erwähnung finden, so etwa die aus § 136 a und § 252 StPO. Diese finden sich aber in dem vorhergehenden Kapitel über den Gang des Hauptverfahrens in dem auch die einzelnen Beweismittel erläutert werden.
Nicht zu vernachlässigen ist schliesslich das äußerst gelungene letzte Kapitel über die strafprozessualen Zwangsmaßnahmen, das keine Wünsche offen lässt und sich auch mit der berliner Rechtsprechung auseinander setzt und zur Abrundung Musterbeschlüsse enthält.

Der Haller/ Conzen läßt nur sehr wenig Wünsche offen und wird sowohl denjenigen, die nur ein Schmalspurprogramm im Strafrecht fahren wollen, als auch denjenigen, die das Strafrecht als Wahlfach nehmen wollen gute Dienste leisten. Der Preis von 33,00 Euro ist zwar hoch, bewegt sich aber noch im Rahmen, den man für Fachliteratur ausgeben muss. -FB-

Öffentliches Recht

Helge Sodan / Jan Ziekow: Grundkurs Öffentliches Recht

Staats- und Verwaltungsrecht

Der Grundkurs für öffentliches Recht ist der letzte Wurf aus der Reihe Grundkurse in der die Bände von Musielak die bekanntesten sein dürften. Genau so muss das Buch auch verstanden werden. Es kann nur zur schnellen Wiederholung der Grundstrukturen dienen, ohne Vertiefungen bieten zu können.

Grundkurs Öffentliches RechtAuf mehr als 700 Seiten werden das Staatsrecht, die Grundrechte, das allgemeine Verwaltungsrecht und das Verwaltungsprozessrecht behandelt- alles Themen, die ein Referendar auch im Examen zu bearbeiten hat. Besonders hervor zu heben sind die Kapitel über die Grundrechte und über das Verwaltungsprozessrecht. Letzteres kommt mit ca. 70 Seiten aus und kann somit natürlich keine tiefgründigen Erkenntnisse verschaffen,für eine schnelle fundierte Wiederholung ist dieses Kapitel aber bestens geeignet.

Jedes Kapitel fängt mit kleineren Fällen an und endet mit Wiederholungs- und Vertiefungsfragen,was ich persönlich sehr angenehm finde, da es ermöglicht, den Lernerfolg zu überprüfen. Weiterhin fällt das Buch durch die vielen Übersichten auf, die den Lesefluss, im Gegensatz zu anderen Büchern, nicht stören und dem Verständnis der Materie sehr förderlich sind.

An dem Buch ist lediglich das Papier zu bemängeln, das an das klassische Schönfelderpapier erinnert.

-FB

Europarecht von Helmut Loibl

Das Europarecht war im ersten Staatsexamen für mich ein echtes Schreckgespenst, dem ich recht erfolgreich mit diesem Skript begegnen konnte.

Europarecht von Helmut Loibl Das Skript ist mit 132 Seiten sehr kurz. Zusammen mit dem Skript von RiAG Zivier hat man aber genug Informationen, um jede zivil- oder verwaltungsrechtliche Klausur im Examen erfolgreich meistern zu können.

Auf gerade mal 18 groß beschriebenen Seiten werden die Geschichte und die Organe der EG beschrieben. Diese beiden Kapitel kann man getrost überlesen, die klare Sprache lädt trotzdem dazu ein, sie durchzulesen und seine politische Allgemeinbildung zu erweitern.
Die nächsten Seiten sind jedoch ein Muss, denn Loibl versteht es einem die Arbeit und das Verständnis zu erleichtern, indem er viele Übersichten und Schemata verwendet und stets das Erlernte mit einem kleinen Beispielsfall unterlegt. Auffällig ist dabei, dass er all die Punkte anspricht, die einem in der Klausur begegnen können:

Das Beihilferecht und dessen Einfluss auf die Rücknahmevorschriften der VwVfG, den Amtshaftungsanspruch gegen Deutschland wegen einer nicht rechtzeitig umgesetzten Richtlinie und den Rechtschutz gegen Verwaltungsakte, die aufgrund von EG- Recht erlassen worden sind.


Schließlich widmet sich der Teil 2 des Skriptes den Grundfreiheiten. In diesem Kapitel werden die Grundfreiheiten erläutert und deren Schranken, wobei sich der Autor auf die wichtigsten beschränkt.
Leider nimmt er dabei eine Auswahl vor, bei der Art. 141 EG außen vor gelassen wird, was für mich den Wert des Buches mindert.
Beachtet man aber dieses Manko und legt sich das Skript von RiAG Zivier daneben, dann ist man für das Examen gut gerüstet.

Der letzte Teil behandelt kurz, man könnte fast schon kursorisch sagen, das Rechtsschutzsystem der EG und geht im Rahmen dessen auf die wichtigsten Klagearten ein.

Alles in allem ist der Preis des Loibl von 19,00 Euro im Verhältnis zum großen Nutzen den man aus diesem Buch ziehen kann angemessen und weshalb das Buch in keiner häuslichen Bibliothek fehlen sollte.

-FB-